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Trentino & Südtirol

Mit dem Wohnmobil in den Wanderurlaub

Was die Natur zu bieten hat

Nach unserer Stipvisite in Naturns im Frühjahr diesen Jahres war klar, wir kommen wieder. Dass wir dieses mal mit dem Wohnmobil unabhängig und nicht an einem Ort sein wollten, war uns auch nach unserem Roadtrip durch Südschweden im Sommer bewusst. Nur musste diesmal ein kompakterer Camper her. Für eine gute Woche kommt man mit dem Pössl 2Win zu zweit mit Hund mehr als gut hin.

Wir starteten Samstagabend und erreichten pünktlich zur Bett-Gehens-Zeit Mittenwald an der deutsch-österreichischen Grenze.

Unser Plan lautet “kein Plan”! Tagsüber wollen wir wandern und die Natur genießen und gegen Abend 1-2 Stunden weiterfahren und unseren nächsten Übernachtungsplatz ansteuern.

Wir besuchen die Leutscher Geiserklamm, bewandern einen tollen Barfußweg und genießen sonnige Stunden auf einem Höfe-Rundweg nähe Kastelruth.

Die Apfelplantagen und Weinberge stehen kurz vor der Ernte und nicht nur das: auch die Edelkastanie hat Hochsaison. Wohin man sieht liegen die kuschlig aussehenden Kugeln am Boden. Aber Vorsicht: die pieksen weit mehr als unsere heimisch Roßkastanie. Nichts desto trotz sind wir vom Sammelfieber gepackt und können einige Hände voll reifer Maroni in unseren Rucksack packen. Die Wanderzeit erhöht sich durch diese Art der Essensbeschaffung natürlich ungemein 🙂

Um zu prüfen welche Maronen in Ordnung sind, gibt man einfach alle in eine Schüssel mit Wasser und alles was oben schwimmt kommt in den Müll. Die restlichen Maroni einfach kreuzweise an der Spitze einritzen und 20 Minuten kochen. Danach das Wasser abgießen und schälen solange sie noch heiß sind. Ihr könnt sie einfach pur genießen oder für herzhafte Pfannengerichte (bei uns gab es Kürbis-Spinat-Kartoffel-Pfanne) verwenden. Aber auch süß sind sie mehr als lecker: einfach mit Apfelspalten in der Pfanne anschwitzen, kurz mit Agavendicksaft karamellisieren und fertig ist eine traumhafte Beilage zu Pfannkuchen oder Eis.

Die Natur hat so viel zu bieten und bei einer unserer Wanderungen im Norden des Gardasees haben wir doch tatsächlich mehrere Parasolpilze gefunden. Einige von Ihnen waren bereits wunderschön aufgeschirmt und somit habe ich kurzerhand das Rezept von Papa aus meiner Kindheit veganisiert. Wer braucht schon geschlagenes Ei um zu panieren?! Sojasahne eignet sich hier hervorragend. Den Pilzkopf vorher in Mehl wenden und nach dem Bad in der Sahnealternative in Semmelbrösel geben. In einer Pfanne in Öl goldbraun backen. Das schmeckt so herrlich, dass man einfach nur frisches Brot oder einen Salat dazu braucht.

Die ersten Tage haben wir noch Lebensmittel von zu Hause mitgenommen und Frühstücken Brot mit selbstgemachter Marmelade, haben belegte Brot für die Wanderpause dabei und kochen abends.

Natürlich sind wir in fremden Ländern auch neugierig wie das vegane Angebot in den dortigen Supermärkten aussieht. Eins kann man definitiv sagen: verhungen muss niemand. Frisches Obst und Gemüse bekommt ihr oftmals an einem Stand am Straßenrand und man findet in der Bio-Ecke im Supermarkt mindestens Tofu. Beim Spar konnten wir eine große Auswahl an Wurst- und Fleischalternativen finden. Hier kommt es allerdings darauf an, wie groß das jeweilige Geschäft ist. Tatsächlich überall (z.B. Regina in Arco) haben wir die Joghurtalternativen von Valsoia gefunden und auch Eis (gibt es unter anderem in den Sorten Sandwich, Hörnchen und sowas wie Mag***) war in der Tiefkühlung überall vorrätig. Am meisten haben wir uns allerdings über eine leckere Auswahl an Keksen und Gummibärchen gefreut. Bei manchen Sorten ärgert man sich daheim fast etwas, nicht doch mehr mitgenommen zu haben. In Arco gibt es einen Bioladen, der sehr gut sortiert ist und von Freunden haben wir noch einen weiteren Tip bekommen. In Bozen gibt es das Naturalia – ein toller Biomarkt, der eine klasse Auswahl an veganen Produkten sowie eine Unverpackt-Abteilung hat.

An der Nordseite des Gardasees merkt man, dass man in touristischen Regionen unterwegs ist. Nicht nur der Biomarkt mit angeschlossenem Café bietet vegane Vielfalt auf dem Teller an. Nein, auch 2 rein Vegane Restaurants gibt es dort.

Das Officina Verde Riva del Garda möchte ich jedem ganz persönlich ans Herz legen.

I’m in LOVE with this f***** shit called VEGAN!!!

…satt, glücklich, geliebt, wundervoll,…..
Für den heutigen Abend gibt es wenig treffende Worte:
In diesem kleinen Lokal kommt jeder auf seine Kosten. Ob italienische Pasta, Burger oder gehobene Gastronomie, lasst euch verwöhnen!

Gute Speis’ hat ihren Preis!
Aber was mit Liebe und Kunst aus der Gegend hier “verkocht” wird, ist jeden italienischen Cent wert! 

Die Bedienung ist ein junges Mädel aus Argentinien, deren Freund und dessen bester Kumpel das kleine Restaurant betreiben.

Nach einem regnerischen Erholungstag mit Aufenthalt in der Gardasee-Therme geht es für uns wieder Richtung Norden.

Allerdings nicht ohne einen Stop im Veganima inArco.

Die Lage in einer Villa mit tollem Garten ist traumhaft. Hier kann man einfach nur kommen und genießen. Es gibt eine kleine Bibliothek und auch Spiele die man während seines Aufenthalts spielen kann.

Wir haben uns zu Mittag für eine Auswahl an warmen Gerichten entschieden. Man kann man sich seinen Teller nach Lust und Laune wie bei einer Art Buffet füllen lassen. Man sucht sich einfach nur aus, ob man 3, 4 oder 5 verschiedene Gerichte probieren möchte und zahlt dann den jeweiligen Preis.
Wir haben alles, was sie an diesem Tag zu bieten hatten auf 2 Teller verteilt ausgewählt.


*Spinatfarinata *Radicchio-Salat *Teigtaschen mit Pilzfüllung *Curry *Coleslaw *Graupensalat *Reis *Mediterranen Tofu *Börek

Und weil uns die Kuchentheke gedanklich gar nicht mehr los gelassen hat, gab es zu guter Letzt noch einen Karotten-Nuss-Kuchen mit Schoko und eine Pistazien-Tarte.


Wir haben uns (man spricht deutsch) alles erklären lassen und hätten, wenn es denn noch Platz gefunden hätte, am liebsten die komplette Auswahl gefuttert.
Wenn ihr also in der Nähe seid, schaut vorbei, Hunde sind ebenso willkommen!

Die kommenden Tage sind wir wieder nur in der Natur unterwegs und versorgen uns meist selbst. Auf den jeweiligen Hütten ist es für Veganer nicht so einfach etwas zu Essen zu finden, aber mit etwas Glück und fragen, springen oftmals Röstkartoffeln, und ein Salat bei raus. Ach ja: Bier ist ja eh vegan!

In Lana treffen wir noch spontan Freunde und gehen Pizza essen. Ohne Käse ist das ja eigentlich überall möglich.

Zum Abschied unserer Urlaubswoche wird Geburtstag gefeiert! Und was wäre ein Geburtstag ohne Kuchen? Richtig! Kein richtiger Geburtstag! Da man im Wohnmobil äußerst selten über einen Backofen verfügt und auch die Kühlschränke nicht immer Platz für eine Kühlschranktorte bieten, habe ich diesmal einen Kuchen aus der Pfanne probiert. Naja, was soll ich sagen: Perfekte Bilder von noch tollerem Essen kann ja jeder machen:

Beim nächsten Mal muss wohl daran noch etwas gefeilt werden. Der Gasherd ließ sich mit den 2 Stufen hoch und niedrig irgendwie nicht so toll von der Temperatur her regulieren. Somit gibt es von dem braunen Klumpen mit fast schwarzer Haut oben wie unten kein Bild. Lecker war das nicht fotografierte Innenleben dennoch und wurde bei einer Wanderung als Berg-Jause schmatzend verzehrt, auch wenn es den Namen “Kuchen vom Camping-Gasherd” nicht verdient.

Fazit:

Ob in der Ferienwohnung oder mit dem Wohnmobil unterwegs: In Südtirol und Trentino kommt man nicht nur landschaftlich voll auf seine Kosten. Wer sich selbst versorgt findet in den Supermärkten der touristischen Ballungszentren wahrscheinlich etwas mehr Auswahl, aber an Obst & Gemüse scheitert es in diesen Regionen definitiv nicht. Wer in seinem Urlaub nicht kochen möchte, sondern jeden Tag aufs neue Leckereien genießen will, findet hier auch einiges an Auswahl. In manchen Ecken ist es leichter, weil das Restaurant komplett vegan ist. In anderen wiederum findet man zumindest eine vegane Alternative. Und wenn es garnichts auf der Karte gibt, hilft einfach Fragen und man bekommt auch hier etwas gezaubert.

*Beitrag enthält Werbung

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